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The Danger of War Grows: The Scenario Reminiscent of the Iraq War [Die Kriegsgefahr wächst: Das Szenario erinnert an den Irak-Krieg]

 

Die ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats hatten sich im Atomstreit mit dem Iran Anfang Oktober geeinigt: Die Entscheidung über verschärfte Sanktionen wird vertagt, bis die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO) einen neuen Bericht über das Atomprogramm Irans vorgelegt hat.  Aber so viel Geduld wollten die USA nicht aufbringen.  Im Alleingang verschärften sie die Wirtschaftssanktionen, stuften die Revolutionsgarden als terroristisch ein und übten zudem Druck aus auf ausländische Banken und Unternehmen, ihre Geschäfte mit dem Iran einzustellen.  US-Außenministerin Rice nannte Iran das gefährlichste Land der Welt.

Nun legte IAEO-Generalsekretär el-Baradei seinen neuen Bericht vor.  In ihm bescheinigte er dem Iran zwar Fortschritte bei der Zusammenarbeit, fügte aber auch hinzu, dass Teheran sich weiterhin weigere, der Forderung des UN-Sicherheitsrats nach Einstellung der Urananreicherung nachzukommen.  Nichts Neues also.  Iran pocht auf sein Recht, die Atomenergie friedlich zu nutzen.

El-Baradei und seine Behörde sollten jedoch noch etwas anderes herausfinden: Hat Iran die Absicht, Nuklearwaffen herzustellen.  Darüber konnte der Generalsekretär keine klare Auskunft geben.  Nur dies: Vorläufig gehe von Iran keine unmittelbare Gefahr aus, und es gebe Zeit genug, den Streit auf diplomatischem Weg zu lösen.

Aus amerikanischer Sicht hätte es dieses Berichts nicht bedurft.  Schon im Vorfeld wurde aus Washington verkündet, die Kooperationsbereitschaft Irans reiche nicht aus, Iran müsse die Urananreicherung einstellen, andernfalls würden die Sanktionen verschärft. Sollten diese auch zu keinem Ergebnis führen, stünden andere Optionen offen — militärische eben.  Der Streit wird also weiter eskalieren.  Da höchstwahrscheinlich Russland und China weitere Sanktionen nicht mittragen wollen, werden die USA am Sicherheitsrat vorbei ihren Kurs fortsetzen.  Haben wir nicht ein ähnliches Szenario vor dem Irakkrieg erlebt?  Nur dieses Mal sollen Frankreich und Deutschland auch mit ins Boot geholt werden.

The permanent members of the Security Council had agreed on the nuclear controversy over Iran at the beginning of October: the decision over escalation of sanctions is to be postponed until the International Atomic Energy Agency (IAEA) submits a new report on Iran’s nuclear program.  But the USA did not want to exercise so much patience.  Unilaterally, it intensified the economic sanctions, classified the Revolutionary Guards as terrorist, and put more pressure on foreign banks and other enterprises to stop their business with Iran.  US Secretary of State Rice called Iran the most dangerous country in the world.

Now, IAEA Director General El-Baradei submitted his new report.  He certified Iran’s progress in cooperation, adding that that Tehran still refuses to comply with the Security Council’s demand to cease uranium enrichment.  Nothing new in this.  Iran hammers on its right to use nuclear energy peacefully.

El-Baradei and the IAEA should find out something else, however: whether Iran has the intention to build nuclear weapons.  The Director General could not give clear information on this question.  This much is certain: there is no immediate danger from Iran, and there is enough time to solve the controversy diplomatically.

From the American point of view, this report was irrelevant.  Even before the release of the IAEA report, Washington already announced: Iran’s willingness to cooperate is not enough — Iran must stop uranium enrichment, or else the sanctions will be intensified.  Should the sanctions fail to yield results, there would be other options, even military ones.  The controversy will thus continue to escalate.  Since Russia and China most likely do not want to impose further sanctions, the USA will continue its course outside the Security Council.  Didn’t we experience a similar scenario before the Iraq war?  Only this time France and Germany will also be in the same boat.


Bahman Nirumand, born in 1936 in Tehran, is an Iranian-German writer.  The article in German appeared in Taz on 17 November 2007.  Translation by Yoshie Furuhashi (@yoshiefuruhashi | yoshie.furuhashi [at] gmail.com).

 

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